Muß ich einen grünen Star (hohen Augendruck) befürchten wenn mein Auge drückt ?Das Gefühl, daß die Augen drücken, hat in den seltensten Fällen etwas mit dem Augeninnendruck zu tun. Ein chronisch leicht oder auch mittelstark erhöhter Augeninnendruck, wie dies beim Glaukom vorkommt, macht praktisch nie Beschwerden. Nur beim seltenen Glaukomanfall ist dies mit starken Schmerzen verbunden. Was ist dann die Ursache für ein drückendes Auge ?Druckgefühl am oder hinter dem Auge ist in der Regel in einem trockenen Auge oder in unkorrigierten Seh- fehlern bei starker Belastung des Auges begründet. Verstärkt sich der Druck beim Bücken, kann auch eine Nasennebenhöhlenproblematik dahinter stecken. Fremdkörper unter den Lidern schmerzen deutlicher (s.u.). Tumore hinter dem Auge, wie oft vom Patienten befürchtet, machen zunächst keine Beschwerden und zeigen sich später eher in einem Vortreten des Augapfels. Sie lassen sich im Ultraschall oder der Kernspintomo- graphie darstellen. Schmerzen hinter dem Auge und in der Augenumgebung finden sich häufig im Rahmen von anders verursachten Kopfschmerzen und haben dann mit dem Auge garnichts zu tun. Wenn es nicht nur drückt sondern auch schmerzt und sticht, was ist es dann ?Sind die Schmerzen eher stechend, handelt es sich entweder um eine Verletzung oder um einen Fremdkör- per unter dem Lid oder auf der Augenoberfläche. Am häufigsten tritt dies nach dem sogenannten “Flexen” auf: Ein kleiner metallischer heisser Splitter fliegt gegen die Hornhautoberfläche und brennt sich dort fest. Er ist so klein, daß man ihn mit dem blossen Auge kaum erkennt (siehe Bild unten). In örtlicher Betäubung (mit Tropfen) kann er vom Augenarzt mit speziellen Instrumenten entfernt werden (Sieht furchtbar gefährlich aus, man merkt aber nicht). Bis die verbliebene Wunde zugeheilt ist (ca. 2 Tage), sind die Beschwerden im Prin- zip wie bei der Hornhauterosion (s.u.). Vermeiden lässt sich diese “Unerfreulichkeit” durch preiswerte in je- dem Baumarkt erhältliche Schutzbrillen, die möglichst dicht schließen sollten. Die zweithäufigsten Fremdkör- per im Auge sind kleine Holzspäne z.B. beim Sägen (Schutzbrille auf !) und kleine Insekten beim Fahradfah- ren. Auch hier ist das Tragen einer Brille in Form der sogenannten Fahrradbrille (Plastikbrille, die seitlich gut herumgeht) zur Vermeidung ideal. Befindet sich doch mal ein Krümel oder ein Insekt im Auge, sollte man von der Seite (aussen oben nach innen unten beim Oberlid und aussen unten nach innen oben beim Unterlid) nach innen reiben um ihn in einen Bereich zu befördern an dem man ihn z.B. mit einem Wattestäbchen ent- fernen kann (Achtung nie die Hornhaut berühren !). Manchmal sind die Fremdkörper so scharfkantig, das sie sich in der Schleimhaut verhakt haben und so nicht herausgehen. Dann muß ein Augenarzt helfen (verglei- che auch Unfälle am Auge). |
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Ansonsten ist auch das versehentliche Fassen in das Auge (z.B. Mutter beugt sich über Baby und dieses greift nach oben) oft von einer Erosion gefolgt. Diese Verletzung ist sehr schmerzhaft und heilt oft erst nach 24-48 Stunden zu. Bis dahin helfen nur Augensalben, Kühlen und Geduld. Der Augenarzt sollte überprüfen ob Fremdkörper in der Wunde verblieben sind und eine Infektion ausschließen. Übrigens auch eine wundgeriebene Augenoberfläche durch Austrocknung (s.a. Trockenes Auge) oder nach innen stehende Wimpern ( Trichiasis) wie z.B. beim Entropium oder eine wieder aufgebrochene alte Narbe nach einer früheren Verletzung kann ähnlich drücken bzw. zur Erosion führen. Es gibt leider Patienten bei de- nen eine solche Erosion kaum je wieder so fest verheilt wie sie vor der Verletzung ( rezidivierende Erosio- nes) war. Diese müssen Monate bis Jahre konsequent das Auge “Schmieren”, um keinen Rückfall zu be- kommen. “Schmieren” heißt, konsequent die Oberfläche vor Austrocknung bewahren. Nachts milde Salben und tags Gelees oder Tropfen je nach Beschwerdegrad bis zu zweistündlich. Häufig wird bei Beschwerde- freiheit zu früh aufgehört und die Oberfläche ist doch noch nicht stabil. Manchmal muß - wenn das auch nicht hilft - die ganze Hornhautoberfläche mechanisch “abgerubbelt” oder mit dem Laser (PTK = Phototherapeu- tische Keratektomie) abgetragen werden um eine endgültige Heilung zu bewirken. Eine häufige Ursache für ein stark schmerzendes und zusätzlich auch rotes Auge ist die sogenannte Ver- blitzung. Hierbei handelt es sich um einen “Sonnenbrand” der Hornhaut nach ungeschütztem Aufenthalt im Schnee (Schneeblindheit) oder nach ungeschütztem Schweißen (Schweißbrand). Kühlen (nasser Wachlappen, Coolpacks), lindernde Salben und Geduld führen zur Abheilung innerhalb von 1-3 Tagen. Schmerztabletten helfen leider nicht gegen den Schmerz und Tropfen auch kaum. Man muß “da durch”. Die anlässlich der Untersuchung beim Augenarzt gegebenen Tropfen, helfen zwar für 20 Minuten ganz “toll”, dienen jedoch nur der Erleichterung der Untersuchung und dürfen auf keinen Fall (!!!) wiederholt gegeben werden, da dies die Hornhaut schädigt. Hausmittel bei Schlossern ist: “Eine Kompresse mit einer geraffelten Kartoffel, die man sich über Nacht mit einem Tuch (Windel) auf die Augen bindet” Starke Schmerzen und Augenrötung werden jedoch auch beim Glaukomanfall und bei der Uveitis gefun- den. (Stand 03.02.2013) |